Automatischer Informationsaustausch startet

Der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten zwischen dem Bundeszentralamt (BZSt) und den zuständigen Behörden zahlreicher anderer Staaten ist seit dem 30. September 2017 Realität.

Finanzinstitute in den EU-Mitgliedsstaaten und u. a. Liechtenstein, San Marino, Bermuda, British Virgin Islands und Guernsey sind nunmehr verpflichtet, Finanzkontendaten zu meldepflichtigen Konten auszutauschen. Zwar erfolgt hierdurch kein Austausch über Erträge aus Kapitalanlagen. Jedoch erhalten die Finanzverwaltungen der teilnehmenden Staaten, so auch die deutsche Finanzverwaltung, Kenntnis darüber, in welchen Staaten Finanzkonten eines Steuerpflichtigen geführt werden.

Weiter geht der mit der Schweiz vereinbarte automatische Informationsaustausch. Hier werden erstmals in 2018 neben den persönlichen Daten der Kunden auch die Salden der Konten und Informationen zu den Kapitalerträgen, die in 2017 erzielt wurden, ausgetauscht.

Hinweis:

Die deutsche Finanzverwaltung hat somit für 2017 weit mehr Informationsquellen über Kapitaleinkünfte bzw. zumindest über Kapitalanlagen im Ausland. Dies könnte sowohl für 2017 als auch für frühere Veranlagungszeiträume Rückfragen hinsichtlich der korrekten Besteuerung der Einkünfte im Inland auslösen. Sofern ausländische Kapitalerträge in der Vergangenheit nicht korrekt in Deutschland besteuert wurden, könnte eine Selbstanzeige mit strafbefreiender Wirkung in Betracht gezogen werden.

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