Der Ausfall von Gesellschafterdarlehen und sonstigen Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten i.S.d. § 17 EStG - Änderung der BFH-Rechtsprechung

Der BFH hat mit Urteil vom 11. Juli 2017 entschieden, dass mit der Aufhebung des zivilrechtlichen Eigenkapitalersatzrechts (Wegfall §§ 32a, 33b GmbHG a.F. durch MoMiG) die rechtliche Grundlage für die Berücksichtigung des Ausfalls eigenkapitalersetzender Finanzierungshilfen eines Gesellschafters (z. B. Gesellschaftsdarlehen, Inanspruchnahme eines Gesellschafters als Bürge) als nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung bei den Einkünften i.S.d. § 17 EStG weggefallen ist. Aus Gründen des Vertrauensschutzes ist die alte Vorgehensweise (nachträgliche Anschaffungskosten) weiter bis zum Tag der Veröffentlichung des Urteils (27. September 2017) anzuwenden.

Der Ausfall von Finanzierungshilfen nach dem 27. September 2017 ist nach herrschender Auffassung künftig in der Regel als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 7 EStG steuermindernd zu berücksichtigen. Nachträgliche Anschaffungskosten können in Zukunft nur noch angenommen werden, wenn eine offene oder verdeckte Einlage i.S.d. Handels- und Steuerrechts gegeben ist.

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