Besuch von Fußballspielen mit Geschäftsfreunden

Werden Geschäftspartner bzw. deren Arbeitnehmer eingeladen, ein Bundesliga-Fußballspiel zu besuchen, entstehen bei diesen steuerpflichtige Einnahmen im Rahmen der für sie jeweils maßgeblichen Einkunftsart. Die Besteuerung dieser Einnahmen kann durch das vorteilsgewährende Unternehmen in Form der Pauschalbesteuerung nach § 37 b EStG erfolgen. Im Streitfall wurden die Kosten der dafür erworbenen Dauerkarten für „Business Seats“ eines Bundesligavereins mit Verweis auf die ertragsteuerliche Behandlung von Aufwendungen für VIP-Logen in Sportstätten laut BMF-Schreiben vom 22. August 2005 teilweise als Geschenk und teilweise als Werbeaufwand erfasst. Werbeleistungen des Bundesligavereins, z. B. in Form von Bandenwerbung oder Lautsprecherdurchsagen, wurden nicht erbracht. Die Geschäftspartner, die zum Besuch eines Spiels eingeladen wurden, kamen regelmäßig vor den Spielen in die Räumlichkeiten des Unternehmens, wo der Geschäftsführer dessen Produkte vorstellte und anschließend gemeinsam mit den Gästen das Spiel besuchte. Nur der als Geschenk erfasste Teil der Kosten wurde nach § 37 b EStG pauschal versteuert.

Dem widersprach das FG Bremen mit rechtskräftigem Urteil vom 21. September 2017 und unterwarf auch den als Werbeaufwand erfassten Teil der Pauschalversteuerung.

Hinweis: Sofern die Geschäftspartner von eigenen Arbeitnehmern des Unternehmens zu einem Spiel begleitet wurden, geht das FG von einer zusätzlichen Entlohnung der Arbeitnehmer aus, da deren eigenes Interesse am Besuch des Spiels nicht vernachlässigt werden könne und somit nicht durch betriebliche Aspekte des Unternehmens geprägt werde.

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