Wohnungsbegriff bei erbschaftsteuerlichem Familienheim

Gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG ist der Erwerb von Todes wegen des Eigentums an einem bebauten Grundstück u. a. durch Kinder steuerfrei, soweit der Erblasser darin bis zum Erbfall eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat. Voraussetzung ist, dass dieses Familienheim vom Erwerber unverzüglich zu eigenen Wohnzwecken bestimmt wird und die Wohnfläche der Wohnung 200 qm nicht übersteigt.

Nach einem rechtskräftigen Urteil des FG Köln vom 30. Januar 2019 (Az. 7 K 1000/17, EFG 2019, S. 1126) ist der Begriff einer Wohnung restriktiv auszulegen und von einem streng numerischen Verständnis auszugehen. Aus diesem Grund erfasse die Steuerbefreiung nur eine einzige Wohnung.

Im Streitfall hatten die Erblasserin und der Kläger im Mehrfamilienhaus der Erblasserin gemeinsam die 125 qm große Wohnung im Obergeschoss für das Familienleben genutzt. Im Erdgeschoss befand sich eine weitere voll ausgestattete 115 qm große selbstgenutzte Wohnung, ohne dass diese mit der OG-Wohnung räumlich verbunden war. Der Kläger machte die Steuerbefreiung für ein Familienheim für beide Wohnungen, begrenzt auf 200 qm, geltend. Das FG Köln gewährte die Steuerbefreiung jedoch nur für eine derWohnungen.

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