Interview mit Friedhelm Neumann, Geschäftsführer der GreenLife GmbH, Schwerin

Herr Neumann, wer steckt hinter GreenLife GmbH und woher kommt der Name?

Das Unternehmen „GreenLife“ gibt es jetzt seit 16 Jahren. Der Name ist damals spontan aus „GreenLine“ entstanden, einer ehemaligen Marke der heutigen SchöllerAllibert Gruppe. Heute ist der Name für uns Programm - weil wir als ganzheitlicher Lösungsanbieter für Regen-, Grau- und Abwasser international unterwegs sind.

Durch ein Management Buyout (MBO) auf mich übertragen, bestanden 2003 zunächst ausschließlich Handelsgeschäfte für das junge Unternehmen. Ein paar Jahre später haben mein Sohn Nico und ich entschieden, die Nena GmbH zu gründen und durch eine eigene Produktion die Wertschöpfung unserer Aktivitäten zu verbessern. Da wir schon immer umweltbewusst waren und uns für das Thema Wasser interessiert haben, speziell die Nutzung von Regenwasser hatte es mir angetan, begannen wir erste Ideen für dezentrale Wasserlösungen zu entwickeln, für die man eben auch Behältnisse aus Kunststoff benötigte. Das waren für uns nochmals drei intensive Jahre des Lernens von Prozessen in Sachen hochwertiger Kunststoffverarbeitung. Mein Sohn ist technisch nicht nur sehr interessiert, sondern er hat auch ein ziemlich „gutes Händchen“ dafür, und so ergänzen wir uns beide geradezu perfekt.

Heute verarbeitet GreenLife wiederverwendete Kunststoffe „aus dem gelben Sack“ und stellt verschiedene Größen von Behältern und Zisternen her, die in Europa einen guten Absatz haben und sowohl in privaten Haushalten als auch in Industrie und Gewerbe ihren Einsatz finden. Aus unseren Anlagen für die Regenwassernutzung sind inzwischen auch professionelle Anlagen für Industriegebäude zur dezentralen Nutzung von Regenwasser geworden. Entwickelt haben wir ebenfalls Grauwasserrecycling-Anlagen, die leicht verschmutztes Wasser vom Duschen und Händewaschen, ggf. auch aus Küchen, auf natürliche Weise aufbereiten, damit es als sog. Servicewasser wiederverwendet werden kann. Das senkt Kosten und trägt zum Umweltschutz bei. Momentan sehen wir vor allem unsere Beratungsexpertise gefragt, unseren Kunden spezifische Lösungen anzubieten, bei denen Regenwassernutzung in Kombination mit Grauwasseraufbereitung eingesetzt wird.

Sie haben sich von einem Familienunternehmen zu einem mittelständischen Unternehmen und einem der führenden Experten in Europa entwickelt. Können Sie uns den Wandel über 20 Jahre beschreiben?

Die ersten Jahre waren für uns nicht einfach, zumal das Thema dezentrales Wassermanagement in Deutschland bislang nicht wirklich „salonfähig“ ist. Das ändert sich allerdings gerade. Nach weltweit zunehmenden Überschwemmungs- und Dürre-Szenarien hat das Thema Wasser auf der Agenda in den letzten Jahren einen immer größeren Stellenwert eingenommen. Die Städte der Zukunft sehen sich vor der Herausforderung, sich damit ebenso vertraut zu machen wie Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen. Für uns als Familienunternehmen ist eine wesentliche Voraussetzung, um mit den einhergehenden Herausforderungen des Klimawandels konstruktiv umzugehen, vor allem eine Veränderung der Haltung – und zwar dahingehend, wie der Mensch die Natur betrachtet, wie er Ressourcen nutzt, wie empathisch er mit sich und anderen umgeht und last but not least, wie er Geschäfte macht.

GreenLife gehört heute den führenden Anbietern in Europa, die das Thema „dezentrales Wassermanagement“ seit nun mehr zwei Jahrzehnten voran bewegen und das trotz einer vergleichsweise eher bescheidenen Nachfrage hierzulande. Das Unternehmen ist heute mit seiner Kompetenz international anerkannter Experte auch bei großen Bauvorhaben und engagiert sich ebenfalls bei Leuchtturmprojekten in China und Afrika.

Im Rahmen unserer Entwicklung hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt und von anfangs 4 Mitarbeitern sindwir auf heute 45 gewachsen.

Besonders freuen wir uns, dass wir gerade erst den PLBC Green Building Award „Green Product of the Year“ auf dem renommierten Green Building Symposium in Warschau verliehen bekommen haben, was uns zeigt, dass das Thema Wasser in den Köpfen von Stadtentwicklern, Architekten, Planern, Industrie und Gewerbe mehr und mehr ankommt.

Angesichts der anhalten Klimadebatte können Sie schon, wie der Name GreenLife GmbH bereits sagt, auf eine grüne Vergangenheit zurückblicken. Wie sieht die nachhaltige Arbeit bei GreenLife aus?

Wasser ist die Grundlage für alle Lebewesen auf der Erde. Auch wenn es so scheint, als verfüge unser blauer Planet über riesige Wasservorkommen, ist das kostbare Nass dennoch eine begrenzte Ressource. Ein Bewusstsein für den immensen Wert dieses Guts zu entwickeln und achtsam damit umzugehen, ist maßgeblich für den Fortbestand unseres Planeten und kommender Generationen. Diesen sorgsamen Umgang zu praktizieren und die Verfügbarkeit bzw. eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und der Sanitärversorgung sicherzustellen, ist weltweit in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDG) verankert.

Diesen Zielen sieht sich die GreenLife GmbH als Familienunternehmen seit seiner Gründung in besonderem Maße verpflichtet. Nachhaltiges Denken und Handeln sind unverzichtbar, wenn wir unseren Planeten erhalten und die Lebensgrundlage und -qualität von Millionen von Menschen verbessern wollen. Deshalb stehen bei GreenLife wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeit miteinander im Einklang – mit zukunftsorientierten Lösungen und Technologien, die der Gesellschaft nützen und Umweltbelastungen verringern. Die Geschäftstätigkeit im Bereich dezentrales Wassermanagement, d. h. Regenwassernutzung und Hochwasser-Prävention, Grauwasser-Recycling sowie Abwasserlagerung und -behandlung etc. ist ebenso darauf ausgerichtet wie die moderne Kunststofffertigung von GreenLife, ohne die innovative Produkte und Prozesse für eine nachhaltige Wasserversorgung der Zukunft kaum realisierbar wären. In diesem Rahmen wollen wir uns zukünftig auch auf lokaler Ebene verstärkt einsetzen, wenn die Klima Allianz Schwerin aus der Taufe gehoben wird. Insbesondere die Bewusstseinsbildung und der interdisziplinäre Dialog mit den verschiedensten Akteuren, die die Klima- und Energiepolitik in Schwerin bzw. in Deutschland verantwortungsvoll mitgestalten wollen, sind dabei für uns zentraleAnliegen.

Wie kam der Kontakt mit UHY zustande und wobei konnten und können wir Sie besonders unterstützen?

Nach ersten Jahren der Entwicklung der Unternehmen haben wir bald festgestellt, dass wir mehr professionelle Beratung und sicherere Argumentationen gegenüber Kreditinstituten brauchen. Deshalb haben wir einen Unternehmensberater befragt, was zu tun sei. Von ihm haben wir damals den Tipp bekommen, uns doch einmal die Leistungen der UHY Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungsgesellschaft anzuschauen.

Was soll ich Ihnen sagen: Ein erstes Gespräch mit Frau Dr. Peters bekundete ihre hohe Fachkompetenz, auf die wir uns bis heute verlassen. Für uns als Familienunternehmen – die dritte Generation wächst ja inzwischen heran – ist maßgeblich, miteinander gut umzugehen, sich vertrauen zu können und wenn neue Entwicklungen anstehen, sich offen und ehrlich sagen zu können, was Sache ist. Bis heute schätzen wir das in der Zusammenarbeit mit Ihrem Haus sehr.

Wir danken Ihnen für das Gespräch, Herr Neumann.